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UCI 2017 Gran Fondo World Championships in Albi/F

16. August 2017 Comments (0) Berichte

Skoda Velorace Dresden

Wieder einmal ein Rennen im Rahmen des GCC und wieder reisen wir mit großem Aufgebot an: Unterstützer, FahrerInnen, insgesamt 15 vom Sebamed Racing Team sind in Dresden. Gemeinsamer Abend im Hotel, macht einfach immer Spaß mit der Truppe.

Einige nehmen sich was vor. Spekulationen, wie es morgen laufen wird?! Klar scheint, dass eine große Gruppe ankommen wird, es ganz vorne auf einen Sprint hinausläuft. An einen oder mehrere Ausreißer glaubt keiner. Für die Sprints haben wir Frederic, der will was versuchen. Jonas und Andriy wollen ihn unterstützen. Die letzten Kilometer führen entlang der Elbe, es geht dort geradeaus, vielleicht kommt man irgendwie nach vorne. Andriy hat Dampf, Jonas kann Frederic anfahren. Nur vorher keine „Körner“ verschwenden. So ist der Plan für den morgigen Renntag.

Das Problem, aber auch der Reiz des Radrennsports ist, dass so vieles nicht planbar ist. Es sind diverse Faktoren die Einfluss nehmen, die Strecke, die Bedingungen, die Verfassung, das Material, nicht zuletzt die anderen…

Am Sonntag wird um 11:45 pünktlich gestartet. Andriy, Björn, Erich, Frederic, Gary, Jonas, Klaus, Maik, Silke und Willi setzen sich alle aus dem A-Block in Bewegung. Heute wird vor der eindrucksvollen Kulisse der Liebfrauenkirche gestartet, wie ja überhaupt Dresden eindrucksvoll ist. Dafür hat aber jetzt keiner ein Auge. Vom Start weg wird so viel Druck gemacht, dass die Führungsgruppe schon nach einer Runde (21 km) im Wesentlichen die Fahrer umfasst, die 5 Runden später gemeinsam ins Ziel kommen. Bereits in der ersten Runde erwischt es Klaus: er wird von einem Fahrer auf die parallel laufenden Straßenbahnschienen gedrängt, einfädeln, Sturz. Sein Rahmen ist an mehreren Stellen gebrochen, zum Glück ansonsten nur Schürfwunden, das Rennen aber für Klaus vorbei. Mit 4 Fahrern, Andriy, Björn, Jonas, Frederic,  in der Spitze ist das Sebamed Racing Team aber trotzdem zu Beginn der zweiten Runde noch ordentlich vertreten. Maik wird kurz vorher abgehängt, ist mit drei Schicksalsgenossen in der (aussichtslosen) Verfolgung. Bereits mit gut drei Minuten Rückstand auf die Spitze kommt die erste Verfolgergruppe, in der Willi und Erich sind. Dahinter folgt Gary in der dritten Gruppe, kurz darauf komplettiert Silke die noch vertretenen Teamfahrer. Auch wenn der Kurs flach und flüssig ist, drücken zwei 180 Grad Wenden, zwei Tunnel-Auffahrten und eine große Brücke die über die Elbe führt, ganz abgesehen vom ordentlichen Wind, das Tempo. Dass in der Spitze trotzdem mit einem 45er Schnitt die erste Runde gefahren wird, zeigt das Niveau, das inzwischen im GCC besteht.

Die Runden danach ergeben keine nennenswerten Veränderungen mehr. Bis auf eine – Maik stürzt in einer durch kurzzeitigen Regen glatten Kurve, fängt sich zwar kurz, wird aber von den Straßenbahnschienen endgültig gefällt. Auch er verlässt das Rennen mit einigem an Tapete ab.  Währenddessen halten sich unsere 4 Fahrer vorne in der Spitze. Björn fährt ein klasse Rennen, sein bestes in dieser Saison. Trotzdem erwischt es ihn gegen Ende der 4. Runde im U-Turn am Ende des Tunnels. Zu weit hinten positioniert wird er Opfer des Ziehharmonikaeffekts. Nach dem Runterbremsen bis fast zum Stehen schafft er nicht mehr genug Beschleunigung, um den Anschluss zu halten. Einem anderen Fahrer passiert das auch und sie fahren die nächste Runde gemeinsam zu Ende. Im Niemandsland zwischen Spitze und der weit abgeschlagenen zweiten Gruppe bleibt ihre Platzierung dieselbe, als wären sie am Ende der Spitze eingefahren.

Vorne geht es jetzt auf das Ziel zu. Unsere Jungs suchen sich an der verabredeten Stelle. Andriy und Jonas finden sich auch – wo ist Frederic? Das Tempo nimmt zu, gute 50 km/h werden hier, rund 2,5 Kilometer vor dem Ziel gefahren. Aber wo ist Frederic? Die Antwort ist bitter: einige Meter weiter hinten, in Sichtweite seiner Teamkameraden und gerade im Begriff, sich hinter den beiden wie vereinbart einzuhängen, stürzt vor ihm ein Fahrer. Frederic kann gerade noch ausweichen, den Schock in den Knochen muss er nun eine Lücke von 20 Metern zum jagenden Feld schließen. Das gelingt zwar, aber in den Zielsprint kann er in einer nervösen Schlussphase nicht mehr eingreifen. Bitter für ihn, nach dem Sturz in Hockenheim dieses Jahr, in äußerst aussichtsreicher Position, schon wieder ein Rückschlag. Währenddessen versuchen Andriy und Jonas auf eigene Faust ihr Glück, allerdings mit fast ebenso geringem Erfolg. Im Mittelfeld der Spitzengruppe fahren Sie über die Ziellinie. Auch für sie beide unbefriedigend. Aber in so einer hektischen Schlussphase, in der 20-25 Fahrer bei Hochgeschwindigkeit um einen Platz in der ersten Reihe kämpfen und gleichzeitig diesen so spät wie möglich einnehmen wollen, um keine Kraft im Wind zu vergeuden, ist es eben alles andere als einfach, sich eine Chance zu eröffnen.

So ist es für unser Team 1 insgesamt ein eher bescheidenes Resultat. Aber das verdirbt uns nicht den Spaß, den das gemeinsame Wochenende gebracht hat. Erich und Silke können ein positives Ergebnis vorweisen: Silke gewinnt ihre AK, Erich wird Erster oder Zweiter in seiner AK, so genau wissen wir das nicht. Der eigentlich Führende, Manfred Böhm, war nämlich der, der vor Frederic gestürzt ist. Er hat aber trotzdem ein Ergebnis, wir wissen nun nicht, ob er das war oder nur der Transponder an seinem Rad, das über die Ziellinie geschoben wurde… Wie dem auch sei, die beiden festigen auf jeden Fall ihre Chancen, am Ende der Saison auch auf dem Gesamt-Podium ihrer AK zu stehen. Das ist doch auf jeden Fall ein versöhnlicher Abschluss.

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