Velotörn Bremen

Saisonfinale in Münster – und was für eins!

2. Oktober 2017 Comments (0) Berichte

Rothaus Riderman

Mit rekordverdächtiger Equipe reist das Sebamed Racing Team zum Riderman nach Bad Dürrheim im Schwarzwald, dem vorletzten Rennen des German Cycling Cups. Außer 14 StarterInnen sind auch noch 11 Unterstützer mit dabei. Der Riderman ist das einzige Etappenrennen in der Serie, ein Zeitfahren und zwei Straßenetappen sind zu absolvieren. Insgesamt rund 208 Kilometer mit fast 3Tsd Höhenmetern. Das Rennen ist äußerst professionell organisiert, bietet anspruchsvolle Strecken, lockt vielleicht deshalb auch viele internationale Starter an. Italiener, Schweizer, Belgier stellen diverse Teams.

Am Freitag geht es mit dem Zeitfahren los: 16 Kilometer mit 200 Höhenmetern. Vom Zeitfahrergebnis hängt es ab, aus welchem Startblock man am Folgetag startet. Außerdem zählt am Ende der drei Etappen die kumulierte Zeit für das Ergebnis. Es ist also wichtig, bereits an diesem ersten Tag eine gute Performance abzuliefern.

Bei bestem Wetter fahren die Sebamed StarterInnen von der Rampe (ja, das gibt es in Bad Dürrheim. höchst professionell eben). Am Ende haben die meisten ihre Vorjahreszeit verbessert. Unsere stärksten, Andriy und Tilo, liefern eine 22:54 bzw. eine 23:32 ab. Das ist ein guter 41,6er Schnitt, schon stark, wenn man bedenkt, dass ein veritabler Hügel das ganze zu einem halben Bergzeitfahren macht. Eine weitere Überraschung ist wieder mal Gerhard, der mit seiner 24:29 die viertbeste Zeit im Team hinlegt. Gerhard ist 65!

Abends gehen wir zusammen schon traditionell in die „Krone“, ein gut bürgerliches Restaurant. Durch unsere jährliche steigende Anzahl müssen wir bald überlegen, die ganze „Krone“ für uns zu reservieren. Es wird ein lustiger Abend, einige haben sogar noch Energie für einen Drink an der Hotelbar (natürlich nur Nichtalkoholisches…).

Am nächsten Tag geht es um 12:30 erst los, 109 Kilometer mit rund 1700 Höhenmetern sind eine harte Herausforderung. Wir Betreuer teilen uns in zwei Gruppen. Die eine fährt bereits vor dem Start an die erste Bergwertung um unsere Leute anzufeuern, danach noch an eine weitere Bergwertung mitten im Rennen, auch, um dort noch Getränke und Verpflegung anzureichen. Die andere bleibt vor Ort, um am Start Sachen abzunehmen.

Das Rennen läuft heute verhalten bis an die erste Bergwertung rund 22 Kilometer nach Start. So kommen dort noch rund 150 Fahrer geschlossen an. In der Steigung von rund 1,8 Kilometer mit teils satten zweistelligen Prozent zieht sich das Feld weit auseinander. Dazu trägt auch bei, dass der Anstieg auf einem schmalen, leicht  zerrütteten Weg entlang führt. Unter den ersten 30, die oben ankommen, sind Andriy, Jonas und Tilo. Kurz darauf folgt Maxim, der so langsam zur Bergziege mutiert. Danach Gerhard, Frederic, Klaus, Alex, dann Gary, Maik, Björn und Willi, bevor Silke und Susanne in der Verfolgergruppe die Rampe meistern. Von uns Unterstützern frenetisch bejubelt stürzen sich die Sebamed Racing Team FahrerInnen in die direkt folgende Abfahrt. Ab hier bietet die Strecke Anstieg auf Anstieg, so dass die Gruppen immer kleiner werden. Wir Unterstützer rasen mit dem Auto zur nächsten verabredeten Stelle bei Kilometer 70. Das ist der letzte längere Berg, danach kommt mit dem „Aasen“ rund 5 Kilometer vor dem Ziel nur noch ein kurzer, wenngleich sehr harter Anstieg. Angekommen bei Kilometer 70 sehen wir, dass sic rund 15 Fahrer nach vorne abgesetzt haben, Andriy und Tilo in der ca. 35 Fahrer starken Verfolgergruppe sind, mit etwa 3 Minuten nach vorne. Dahinter kommt mit nochmal rund 2 Minuten Jonas mit etwa 25 Begleitern, weitere 2 Minuten Gerhard mit nur 4 weiteren Fahrern, dann schon Maxim, nochmal etwa 2 Minuten zurück. Als nächstes Klaus mit zweit Minuten, dann Gary mit Erich und Maik, wieder mit 1 Minute Abstand. Der lang erwartete Frederic hat heute einen schlechten Tag, kommt erst jetzt, rund 10 Minuten hinter seiner Normalleistung. Er laboriert noch an den Folgen einer schweren Grippe. Dann Björn, schwer atmend und gezeichnet. Und erst jetzt Alex, weitere Minuten zurück, unser Sprinter-As, nach 4 Monaten ohne Training ist die Strecke eigentlich noch zu schwer für ihn. Er hatte sich im Mai bei einem Unfall mit dem Motorroller schwer verletzt. Auf Ergebnisse kommt es deshalb für ihn hier nicht an, es genügt, überhaupt wieder auf dem Rad zu sitzen. Unsere letzten beiden, Silke und Susanne, können wir leider nicht mehr abwarten, da wir sonst den Zieleinlauf verpassen würden. Wenn ihr das Vorstehende addiert werdet ihr feststellen, dass bereits hier, nach 70 Kilometern, eine Spreizung von gut 20 Minuten zwischen unseren ersten und letzten Fahrern liegt. Die Spitzengruppe hat aber nur noch 40 Kilometer ins Ziel. Also schnell ins Auto und zurück nach Bad Dürrheim. Dort sind wir rechtzeitig um den Zielsprint zu sehen. Unsere Jungs, Andriy und Tilo,  kommen in der zweiten Gruppe, ca. die 3 Minuten später, die sie auch bei Km 70 schon hatten. Sie haben also scheinbar nichts mehr verloren, aber nur scheinbar: sie hatten nämlich mit etwa 15 anderen eine Teilung ihrer Verfolgergruppe erzwungen und rund 45 Sekunden Vorsprung herausgefahren, bevor sie von einer Bahnschranke gestoppt wurden und die Verfolger wieder aufschließen konnten. In der nächsten Gruppe kommt Jonas, sprintet ganz vorne rein, bärenstarke Leistung von ihm. Dann komplettiert Maxim als Solist die heutige Teamwertung, er hatte sich einige Kilometer vorm Ziel einen Platten eingefangen, rund 30 Plätze sind ihm dadurch durch die Lappen gegangen. Alle weiteren Sebamed Racing Team FahrerInnen tröpfeln danach wohlbehalten ein.

Abends gehen wir zusammen auf die Pasta Party und wieder haben einige noch genug Power für die Hotel-Bar.

Am Sonntag dann die letzte Etappe, 87 Kilometer mit rund 1Tsd Höhenmetern warten noch mal.  Bei Kaiserwetter geht es um 11:00 los. Diesmal schauen wir alle den Start, bei so einer kurzen Strecke schaffen wir es sowieso nur an einem Punkt zum Anfeuern. Dort angekommen sehen wir eine rund 60 Fahrer starke Spitzengruppe, in der wieder Andriy und Tilo vertreten sind. Nur rund 30 Sekunden dahinter kommt schon Jonas, mit etwa 25 Begleitern. Er sieht wieder sehr stark aus am Anstieg. Unser vierter Mann ist wieder Maxim, diesmal gemeinsam mit Gerhard in einer Gruppe. Dahinter verteilen sich unsere weiteren FahrerInnen. Nur auf Frederic warten wir vergeblich. Besorgt fahren wir zurück zum Ziel. Dort angekommen sehen wir den Zielsprint, leider ohne unsere beiden Besten. Eine Gruppe von rund 15 Fahrern hat sich nach vorne abgesetzt. Als dann Christian Müller aus der Verfolgergruppe eine Attacke lanciert und das Gelbe Trikot, Daniel Knyss, und drei weitere Fahrer mitnimmt, weiß Tilo, dass es jetzt gilt. Er hat nur eine Lücke von 10 Metern, gibt alles, schafft es aber schlussendlich nicht. Im Ziel gewinnt dann Christian Müller mit einer Attacke kurz vor Schluss als Solist, den Sprint des Hauptfeldes verliert Knyss knapp gegen Kai Miebach. Den Sprint der Verfolgergruppe gewinnt allerdings souverän Andriy. Wieder stellt Jonas den dritten und Maxim den vierten Fahrer für die Teamwertung.

Im Ziel treffen wir dann auch Frederic, dem ein anderer Fahrer von hinten reingefahren ist und der Schaltwerksschaden und Wadenschmerzen hat, so dass er ausgestiegen ist.

Wir fahren durch die hervorragende Mannschaftsleistung den achten Platz in der Teamwertung ein. Das sichert uns unsern Platz in der Gesamtwertung, so dass wir einigermaßen beruhigt nach Münster am kommenden Dienstag fahren können. Außerdem holt Susannen den zweiten Platz in der AK, Gerhard macht ihr das in seiner AK nach.

Jetzt freuen wir uns auf Münster, Saisonabschluss. Wir hoffen, dass wir dort noch einige Gesamt-Podien in den Altersklassen zu feiern haben….

 

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