Dreifach Podium in Gießen

Gletscherkaiser Kaunertal

11. Juni 2018 Comments (0) Berichte

Rund um Köln – Skoda Velodom

Wieder mal GCC Wochenende. Wieder mal in diesem Jahr diverse Topleistungen der Sebamed Racing Team Fahrer und Fahrerinnen. Unterm Strich ist das Fazit nach drei von neun GCC Rennen: Platz 4 Teamwertung, Jonas auf Platz 12 Gesamt! Vier vom SRT unter den ersten 30, fünf in den Top 50. In so gut wie allen AK-Wertungen spielen wir noch ums Podium mit oder haben einen oder mehrere Fahrer unter den ersten drei! Klasse Zwischenfazit, jetzt heißt´s „dran bleiben“.

Lest hier eine Auswahl der Erlebnisse von Rund um Köln Startern aus verschiedenen Perspektiven:

Jonas (Männer 1):  >>Zunächst ging es vergleichsweise entspannt aus Köln raus. Es war nicht so schnell wie bereits in Vorjahren, wodurch es sehr nervös wurde. Dies führte anscheinend auch zu einigen kleineren Stürzen. Ich versteckte mich gut im Vorderfeld, meist an Alex Hinterrad. So kam ich einigermaßen entspannt bis zum ersten Anstieg. Als das Tempo hier deutlich angezogen wurde machte ich einige Plätze gut und kam gut an ca. Pos 20 über die Kuppe. Nachdem das Tempo in der Abfahrt wieder etwas runterging sammelte sich eine ca 120 Fahrer große Gruppe. Von uns noch dabei: Matthias, Alex, Frederic, Volker und ich.  Ich platzierte mich weiterhin weit vorne und kam unter den ersten 10 über die Bergwertung Sand und ebenso über den Bensberg. Hier hatte sich hinter mir bereits eine deutliche Lücke gebildet. Doch noch wollte niemand durchziehen, so dass das große Feld wieder zusammen rollte. Am folgenden Anstieg Lüghausen ging dann aber die Post ab: Strassacker attackierte unten bereits im Steilstück und das Tempo wurde über die Kuppe ins Flachstück extrem hochgehalten (die Auswertung zeigte: Wir waren hier schneller als die Pro´s!) Das Feld war komplett in Einerreihe aufgereiht und immer wieder rissen Lücken. Mit letzter Anstrengung gelang es mir bis in die Abfahrt in die erste ca. 50 Mann große Gruppe zu springen. Alle anderen Teamfahrer hatten das leider nicht geschafft, wobei Matthias und Alex heute bis dahin einen sehr starken Eindruck hinterließen. An den folgenden Bergen passierte nichts weiter, erst am letzten Anstieg am Bensberg ging nochmal richtig die Post ab. Das Feld zerfiel in etliche kleine Gruppen, ich ca. in der dritten mit 6 anderen Fahrern. Gemeinsam schafften wir in der Abfahrt wieder den Anschluss. Nun folgte eine Attacke auf die nächste. Ich ging zunächst keine mit, da ich bereits etwas angeschlagen war von den vorherigen Anstrengungen. Erst 10km vor dem Ende entschied auch ich mich eine vielversprechende Attacke mitzugehen, da ich mich nicht auf den Sprint einer solch großen Gruppe verlassen wollte. Doch schlussendlich lief alles immer wieder zusammen. Es kam zum Sprint. Abfahrt von der Severinsbrücke, ich ca. an Pos 10 gut platziert da touchierte mich in der Kurve innen ein Fahrer, ich musste mich kurz aufrichten um das Gleichgewicht zu halten und schon hatte ich wieder 5-10 Plätze verloren. So gings auf die Zielgerade, die Beine waren noch gut aber nach vorne ging es auch nicht mehr viel. Das Tempo lag auch bereits bei rund 65km/h. So rollte ich durchaus zufrieden mit mir auf Platz 17 und AK Platz 7 ins Ziel. Nun müssen die nächsten beiden langen schweren Rennen noch gut laufen, dann sehe ich durchaus Chancen auf den angestrebten Gesamt-AK Platz 5. (oder sogar das allzeit Fernziel Gesamt AK-Podium?!) <<

Bildquelle: Challenge Magazin, vielen Dank dafür

Matthias (Master 3): >>ich bin schon enttäuscht über mein Abschneiden, irgendwie hatte ich gehofft, die Spitzengruppe halten zu können, ging aber leider gestern nicht. Ich hatte mit der Schwüle große Probleme und Schwierigkeiten Luft zu kriegen (Asthma seit dem 4. Lebensjahr) – und war schon bei den erste Anstiegen ziemlich am Limit.
Wie auch immer: Beim 4. Anstieg (Overath) gab es die große Selektion, der leider auch ich zum Opfer gefallen bin. Nach dem Anstieg war ich gerade noch am Ende der Spitzengruppe, aber danach geht es leider immer noch leicht bergauf und vorne wurde noch mal richtig Gas gegeben, so dass das schon sehr langgezogene Feld auseinanderriss. Danach sind wir noch zu acht ein paar Kilometer hinterhergefahren, aber ohne System und die Spitze war schnell außer Sichtweite. Dann bin ich mit der folgenden Gruppe, in der auch Volker und Alex waren, ins Ziel gefahren. Volker ist sehr stark noch mal 3km vor dem Ziel ausgerissen und erst 50m vor dem Ziel leider gestellt worden. Ich dachte am Hinterrad von Alex gut sprinten zu können, aber irgendwie war der auch platt und ich bin dann ganz spät immerhin noch 3. oder 4. der  großen Verfolgergruppe im Sprint geworden. Was aber letztendlich sinnlos ist, weil ab dem 50. Platz nur die Nettozeiten gewertet werden, und da hatte ich mit dem Start von ganz vorne schlechte Karten.

Jedenfalls ein schönes Rennen auf anspruchsvoller, gesperrter Strecke mit vielen Zuschauern, aber leider auch teilweise sehr schlechten Straßen. Es wird schon sehr hart gefahren, halt richtig Radrennen. Wir  hatten einen 40,5er Schnitt, und die Spitze einen 42,6 Schnitt mit 9 Minuten !!! Vorsprung auf uns – ich fürchte das hätte ich so oder so nicht durchhalten können. Also fetten Respekt an Jonas!<<

Bildquelle: Challenge Magazin, vielen Dank dafür

Volker (Master 3): >> Ich war im Vorfeld schon reichlich nervös, wollte ich in Köln doch solange wie möglich mit den „Großen“ der Szene mithalten können. Leider passen Wunsch und Wirklichkeit, Traum und Realität noch nicht ganz zusammen. Nüchtern betrachtet war es ein ganz gutes Ergebnis. Ich fuhr mit Alex und Matthias seit dem 4. Anstieg in Lüghausen in einer 15-20 Mann starken Gruppe von „Abgehängten“, die bis zur Severinsbrücke ca. 2,5 km vor dem Ziel zusammenblieb. Wir hatten ein paar tempofeste und -willige Fahrer dabei (vor allem Ralph Winn vom MTBC Wehrheim hatte ich mir gemerkt), die die Gruppe am laufen hielten. So fuhren wir auf den letzten 25 km nach und nach diverse Fahrer auf. An der Auffahrt zur Severinsbrücke kamen uns quasi noch ca. 10-15 Fahrer „entgegen“, bei denen der Zug komplett raus war. In dieser Rennsituation war es mein Ziel, mich unter den Top 10 dieser nun ca. 25-35 Fahrer starken Gruppe zu behaupten. Mir war zu diesem Zeitpunkt auch die Nettozeitregelung im Gedächtnis, einer GCC-Rechengleichung mit mindestens zwei Unbekannten:

1.) An welcher Position befinde ich mich gerade im Feld und

2.) Wieviele Sekunden bin ich vor meinen Konkurrenten in der Gruppe über die Startlinie gefahren?

Da wir vom Sebamed Racing Team schon mal gerne aus der 1. Reihe starten, waren wir hier heute schon mal dick im Soll. Da ich obendrein mind. 50 Fahrer vor mir wähnte (mit Blick auf die Ergebnisliste waren es wohl gut 65), war mein kühner Plan nun, einfach ein paar Sekunden gut zu machen 😉

Als sich zwei Fahrer an der Auffahrt zur Brücke leicht absetzten sprang ich hinterher, in der Hoffnung gemeinsam mit ihnen ein Loch reißen zu können. Seltsamerweise nahmen sie raus, als ich kurze Zeit später zu ihnen aufschloß und wir gleichzeitig die zuvor erwähnte Gruppe der 10-15 Fahrer erreichten. Sie versuchten auch nicht, mein Hinterrad zu erreichen. Ok, dachte ich mir, dann probiere ich es einfach mal alleine! Ich drückte auf die Tube und gab was ging. Ich schaute im Laufe der langen, sehr langen, gar nicht enden wollenden Brücke immer wieder unter der Achsel nach hinten und sah, dass ich mich ein gutes Stück absetzen konnte und die Verfolger nicht wirklich Gas gaben. Ich versuchte obendrein die mich links überholende Straßenbahn für ein bisschen Windschatten zu nutzen und rückte ganz nah an sie ran. Am Ende der Brücke bog ich mit „ausreichend Sicherheitsreserven“ (vielleicht war ich etwas zu vorsichtig?) auf den letzten Kilometer und die Zielgerade ein und hatte dort vielleicht noch 50-100 Meter Vorsprung. Ich konnte in den letzten 3 Minuten des Rennens im Schnitt zwar noch gut 370 Watt mobilisieren, es reichte aber leider nicht bis ins Ziel. So wurde ich quasi auf der Ziellinie von ca. 8-10 Fahrern übersprintet, Alex und Matthias eingeschlossen.

Leider ist mir der „Coup“ am Ende des Rennens nicht vollends gelungen. Ich bin jedoch froh, dass ich es probiert habe. Am Ende war es zum 4. Mal Platz 4 in der AK3. Ralph Winn auf dem 2. Platz war 5 Sekunden vor mir, Eberhard Janzen auf dem 3. Platz ganze 8 Tausendstel (!). Ich denke beim nächsten Rennen wäre es besser, von Anfang an ein paar Sekunden auf der Habenseiten zu haben ;-)<<

Björn (Master 1): >>Die ersten Kilometer waren recht entspannt. Ich habe versucht, vom Start an in den ersten Positionen zu fahren. Größtenteils funktionierte das auch recht gut. Am ersten Anstieg war ich dann aber leider doch etwas zu weit hinten im Feld. Dass war dann auch mein Verhängnis. Ich konnte zwar ein für mich gutes Tempo an dem Berg fahren, aber für die Spitzengruppe hat es dann nicht mehr gereicht.  So war ich dann in der 2. Gruppe. Ab diesen Punkt bin ich dann alle Berge in der Gruppe von vorne fahren. Ich hab mich auch das ganze Rennen recht gut gefühlt. Mit Maxim haben wir die Gruppe angeführt und immer wieder Tempoarbeit geleistet. Es waren so ca. 50 – 70 Fahrer in dem Feld. Irgendwann ist dann auch noch Frederic zu uns zurück gefallen. In den letzten 20Km haben wir dann noch eine Gruppe vor uns gehabt. Wir haben immer wieder versucht, das Tempo zu erhöhen, um an die Gruppe noch ran zu kommen. Das hat leider dann aber nicht mehr geklappt. So hat hat Frederic den Sprint von unserem Feld gewonnen und ich bin als 3. dieses Feldes über die Linie gefahren. Durch die Nettozeit war ich dann aber wieder vor ihm, weil ich am Start in der 3. Reihe stand. An sich bin ich mit dem Rennen zufrieden. Ich konnte alle Berge mit einer guten Geschwindigkeit hoch fahren und habe wieder viel Führungsarbeit geleistet.<<

Eric (Master 2): >>Gleich am ersten Berg hochgegangen wie ein Hefekuchen, feucht- warme Luft ist bekanntlich nicht mein Ding, hatte ich das schon erwähnt? Aber Ausreden gibt’s ja immer genug. Dann hat auch die Flaschenübergabe nicht funktioniert, da jemand im Feld vor mir meinte, er müsse danach greifen und sie meinem Bruder aus der Hand schlug. Dies hat jedoch den notwendigen Killerinstinkt geweckt, so dass es ab der Hälfte immer besser lief und ich Körner für mein Manöver in der zweiten Durchfahrt Schloss Bensberg übrig hatte: Die Spitze der kurzen Strecke fuhr kurz vor Bensberg in meine große Gruppe und ging schneller in den Anstieg. Ich entschloss mich, zu folgen, die anderen fuhren alle nicht mit, in der Abfahrt fuhr ich ran und saß im Express. Hab nur drei Mal mitgeführt, die sollten ja auch ihr Rennen fahren Die anderen immer 30s hinter mir, kamen nie mehr zu mir vor. Zufrieden mit diesem Schachzug und dem sehr versöhnlichen Ergebnis.<<

Bildquelle: Staubwolke Refrath Anfeuerungsteam, vielen Dank dafür

Erich (Master 4): >>Gemeinsamer Start mit Willi und Gary aus Block B mit 2 min. Abstand zu Block A. Bis Odenthal waren wir recht dicht beisammen im vorderen Feld des Blocks positioniert. Am ersten ernsthaften Anstieg aus dem Scherfbachtal Richtung Neschen/Scheuren konnten beide mein Tempo nicht ganz mitgehen. Selber gelang es mir, bis ins Ziel die Spitze aus dem B-Block zu halten. Nachdem ich bereits nach einer knappen Stunde bei der ersten Passage des knackigen Anstiegs nach Sand Dirk Zebralla, der aus A gestartet war, überholt hatte, war klar, dass ich nicht so schlecht unterwegs war. Hinter Forsbach war auch Ulrich Drebing, ebenfalls aus A gestartet, gestellt. In der Folge sammelten wir weitere A-Fahrer ein. Im Anstieg hinter Hoffnungstal Klaus. Auf dem Weg nach Hohkeppel schließlich auch eine sehr große A-Gruppe, in der sich Bastian befand. Kurz vor Immekeppel eine Vehrkehrsinsel wie viele zuvor. Wollte erst rechts dran vorbei, bin dann aber meinen Vorderleuten links vorbei gefolgt. Bastian blieb rechts. Bei der Passage der Insel hörte ich schräg rechts hinter mir das unschöne, aber vertraute Krachen eines Sturzes. Meine Befürchtung, dass Bastian in den Sturz verwickelt sein könnte, bestätigte sich später leider. Nach der zweiten Passage des Kopfsteinpflasters in Bensberg war für mich das Rennen fast gelaufen und musste nur noch heil ins Ziel rollen. Keine mir bekannten Konkurrenten waren in der Riesengruppe. Überwiegend A-Block-Fahrer, auf die ich ja bereits 2 min. gut gemacht hatte sowie eine Reihe guter A-Fahrer aus dem 68 km-Rennen, die in Spitze zu uns gestoßen waren. Am Ende zufrieden: mit einem Schnitt von 39,0 km/h, dem 3. Platz in der AK und nach langer Zeit bei einem Massenrennen mal wieder unter den besten 200 gesamt.<<

Bastian (Junioren): >> Für mich stand heute mein Heimrennen an. Ein Heimrennen ist immer was besonderes, vor allem wenn man dann auch noch zum ersten mal überhaupt bei einem Rennen aus dem A-Block startet. Eigentlich lief alles top. Ich startete in der ersten Reihe direkt neben meinen Teamkollegen. Am Ersten Anstieg positionierte ich mich in der 3. Gruppe. Meine Beine waren gut, die Gruppe lief und wir fuhren einen 38iger Schnitt. Leider wurde ich dann im Immekeppel bei Km 80 von einem anderen abgeräumt, der in eine Verkehrsinsel fuhr. Durch einen Vorderradschaden musste ich dann ewig lang auf den Materialwagen warten. Die letzten 40km absolvierte ich dann alleine und rollte mit einem 33iger Schnitt ins Ziel. Immerhin gab es für mich noch den 4. AK Platz<<

 

 

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