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25. Juni 2018 Comments (0) Berichte

Schleizer Dreieck Jedermann

Die German Cycling Cup Teams treffen sich an diesem Wochenende im schönen Thüringen. Genauer, in Schleiz, zum Rennen auf der ältesten Naturrennbahn. Auch das Sebamed Racing Team ist natürlich dabei. FahrerInnen und Supporter zusammen finden sich fast 30 Personen am Samstag vor Ort ein, der größte Teil im seit nunmehr 6 Jahren angesteuerten Landgasthof. Der ist damit absolut an seiner Kapazitätsgrenze und fest in Team-Hand. Ein echtes Teamhotel.

Entgegen der Ansage bleibt es am Renntag trocken. Zwar sind 10 Grad und ein frischer Wind nicht unbedingt der Jahreszeit entsprechend, aber alles besser als Regen. Die neue Strecke hat nur noch 7,6 Km, aber pro Runde rund 115 Höhenmeter. Auf der langen Distanz von 20 Runden kommen so 152 Km und 2.240 Höhenmeter zusammen.

Schwierigkeit und Wetter haben wohl dafür gesorgt, dass nur relativ wenig Starter an der Linie stehen. Zuerst geht die Langdistanz um 9:00 über die Linie, auf der fast alle Sebamedler starten. Mit 15 Minuten Versatz folgen Susi, Karin und Jona auf der 10 Runden zählenden Mitteldistanz.

Ab Start erfolgt das Voraussehbare: die ersten zwei bis drei Runden werden so rasant gefahren, dass sich die Spitze schnell auf rund 30 Fahrer reduziert. Am Anfang sind in dieser Gruppe noch bis zu 7 SRT Fahrer, von Runde zu Runde erodiert diese Zahl aber. Verschiedene Attacken verlaufen im Sande bzw., werden von der Gruppe neutralisiert. Aber schon in Rund 8, circa bei Kilometer 60, setzen sich drei Fahrer ab zum entscheidenden Angriff. Leeze und BKK Mobil haben einen Fahrer dabei, Team Deutsche Kinderkrebsstiftung nicht. Da Team DKS mit den starken Bergfahrern Spysschaert und Wallenborn als Favorit gilt, schauen alle auf sie, wann sie die Verfolgung aufnehmen. Vielleicht aufgrund der großen Restdistanz, vielleicht auch der schweren Strecke geschuldet, bleibt die Verfolgung aber aus. So können die Ausreißer ihren Vorsprung ausbauen. Bei Kilometer 105 fällt der Leeze Fahrer Schlenkrich aus der bereits auf zwei Fahrer reduzierten Führungsspitze raus, so dass Christian Keuchler von BKK Mobil vorne alleine kämpft. Das macht er bravourös, am Ende gewinnt mit 6 Minuten (!) Vorsprung.

In der Verfolgergruppe hat man sich längst damit arrangiert. Im Laufe der Runden sind leider alle Sebamed Racing Team Fahrer aus dieser herausgefallen, bis auf Jonas, der wieder mal seine klasse Form bestätigt. Eric, Maxim und Alex fahren dahinter um die Plätze für die Teamwertung. Meist fahren sie dabei in Minigruppen oder gar allein. So geht es heute den meisten Angetretenen: der schwere Kurs und die wenigen Starter zermürben derart, dass am Ende jeder sein eigenes Tempo fährt. 150 Kilometer können auf diese Art sehr lang werden, Willi kann ein Lied davon singen, rund 100 davon fährt er allein. Aber auch die 75 sind schwer genug, wie Willi´s Frau Karin bestätigen kann, die fast komplett allein fährt.

Drei Runden vor Schluss attackieren vorne noch mal einige Fahrer, die absehbare letzte Selektion erwischt diesmal auch Jonas, der seine Kräfte 17 Runden meist auf sich gestellt aufgebraucht hat. Abgesprengt und inzwischen völlig platt fährt der überrundete Frederic zu ihm auf und arbeitet die letzten beiden Runden im Wind für seinen Teamkamerad. Geht es doch für Jonas darum, seine top Gesamtplatzierung im GCC zu verteidigen. Klasse Job von Frederic, am Ende kann Jonas sich sogar um einen Rang verbessern, steht jetzt auf Gesamtrang 11! Das ist auch seinen Teamkameraden zu verdanken, die für ihn gearbeitet haben.

Erfolgreich sind heute alle Langstreckler, denn alle kommen an. Nur Andriy streicht frühzeitig die Segel, er ist das Rennen aus einer umfangreichen Trainingswoche heraus gefahren und ist gegen Mitte einfach platt. Für Silke, Erich und Bastian springt sogar ein AK-Podium heraus. Bastian, einer unserer beiden Junioren, hält sich überhaupt sehr gut auf diesem schweren Parcours ist bis kurz vor Schluss aktiv in seiner Gruppe.

Auf der Mitteldistanz läuft es für Karin und Susi auch sehr gut, beide bewältigen die schwere Strecke, sogar auf AK Podium. Auch unser dritter Mittelstreckenstarter, Jona, fährt aufs AK-ium, sogar aufs oberste Treppchen. Allerdings ist er stinksauer. Und das kommt so: auf der letzten Runde schicke ich Andriy, der kurz vorm Aufgeben ist, zu Jona, damit er ihn unterstützt. Das macht er, fährt brav Tempo in Jona´s Gruppe, die sich auf den Zielsprint zubewegt. Vorne sind 6 Mann raus, es geht also um den 7. Platz. Andriy führt bis ca. 400 Meter vors Ziel, geht dann raus. Diesen Moment nutzt ein Fahrer zur Attacke, die Jona aber aufmerksam pariert und sich in seinen Windschatten hängt. Im Zielsprint gewinnt Jona dann, der 7. Platz, sein bisher bestes GCC-Resultat. Leider legen mehrere andere Teams Beschwerde ein wegen Andriy´s Unterstützung. Jona bekommt zwei Minuten aufgebrummt und weg ist der Spitzenplatz. War mein Fehler, ist auch regeltechnisch korrekt geahndet worden. Allerdings hat Andriy natürlich nicht wirklich den Sprint angefahren sondern nur das Feld lang gemacht und Jona vorne gehalten, ihm vielleicht ein paar Körner gespart. Ob da wirklich von Sportsleuten eine Beschwerde notwendig war, naja… Sei es wie es sei, sicher war das aus Fairness-Sicht fragwürdig, allerdings allein meine Schuld, habe nicht daran gedacht, als ich Andiy losschickte. Passiert uns nicht wieder.

Alles in allem wieder ein richtig gelungenes Wochenende. Die großen Ergebnisse haben wir nicht erwartet, sind wir doch ohne drei unserer stärksten Bergfahrer angetreten. Da ist der 6. Teamplatz, die AK-Podien und Jonas sehr gute Einzelplatzierung Lohn genug. Ganz abgesehen von den schönen Stunden im Kreis des Teams.

Vielen Dank für das Titelfoto an Sportograf!

 

 

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