Schleizer Dreieck Jedermann

Hamburg: euroeyes cyclassics

13. August 2018 Comments (0) Berichte

Skoda Velorace, Dresden

Was für ein Renntag: in Dresden schafft das Sebamed Racing Team sowohl Gesamt- als auch Teampodium. Ganz abgesehen von den AK Podien durch Alex, Frederic, Jona, Karin, Silke und Volker. Bei 8 Startern 6x auf dem AK-Podium!

Der Rennverlauf ist vorne in der Spitzengruppe von erfolglosen Attacken geprägt. Nicht zuletzt die Fahrer des Sebamed Racing Teams neutralisieren viele Ausreißversuche. Haben wir doch mit Frederic einen designierten Sprinter und die erklärte Taktik, es auf einen Massensprint ankommen zu lassen. Dabei leisten Björn, Jona, Jonas und Volker klasse Arbeit. Am Ende kommt es zum anvisierten Sprint, aber Frederic verpasst den richtigen Moment. Im Bruchteil einer Sekunde trifft er die falsche Entscheidung und ist so eingeklemmt, kann nicht mehr eingreifen. Alex, der ihm eigentlich den Sprint anfahren sollte, geht jetzt selbst voll drauf, als er merkt, dass Frederic nicht mehr hinter ihm ist. Dabei zeigt er seine ganze Klasse und Rennerfahrung. Zur Belohnung springt der 3. Platz auf dem Gesamt-Podium für ihn raus, der größte Erfolg in einem Rennen der GCC Serie, den das Sebamed Racing Team bisher zu verbuchen hat. Die anderen SRT Fahrer, die vorne ankommen, fahren ebenfalls Spitzenplätze heraus. Durch insgesamt 5 Fahrer in den Top 20 erreichen wir auch in der Teamwertung den zweiten Platz.

Einzig für Willi hat der Renntag einige Wermutstropfen: am Ende der ersten Runde wird er, noch in der Spitzengruppe, in einen Sturz verwickelt und trägt einige Blessuren und Materialschaden davon. Trotzdem beißt er auf die Zähne und fährt durch. Chapeau!

Lest nachstehend Eindrücke unsere Fahrer Volker, Jonas, Björn:

>> VOLKER: Mein erster Start in Dresden. Tolle Stadt, lockere Atmosphäre und super Wetter sorgen schon einmal für perfekte Rahmenbedingungen. Die Stimmung ist gut, das Rennprofil gestattet unserem Team auf sehr gute Platzierungen im Gesamtklassement zu hoffen. Alex gibt am Vorabend bei der Teambesprechung die Taktik für das Rennen vor. Nicht zum ersten Mal wird er mit seiner Einschätzung zum Rennverlauf goldrichtig liegen. Was sollten wir nur ohne ihn machen 😉

Mein persönliches Ziel für das Rennen ist es, endlich mal auf das AK-Podium zu fahren. Ansonsten geht es für mich natürlich darum, das Rennen – soweit möglich – mit zu kontrollieren und Attacken zu kontern. Zwei Stunden vor dem Rennen eine kurze Schrecksekunde beim Packen im Hotel! Das Hinterrad hat ordentlich Luft verloren. Einige Stunden zuvor war noch alles ok. Ich entschließe mich für die „konservative Behandlung“ und pumpe nur auf. Das sorgt natürlich für etwas Unbehagen beim Warten im Startblock.

Dann geht’s endlich los, zunächst neutralisiert. Das habe ich von der Tour de France allerdings etwas anders in Erinnerung. In Dresden jedenfalls geht sofort die Post ab. Fahrer mit Streckenkenntnis wissen bestimmt auch, dass unmittelbar eine üble Kopfsteinpflasterpassage folgt. Ich weiß es nicht! Jedenfalls bin ich jetzt richtig wach, der ein oder andere sogar um eletronische Geräte oder Trinkflaschen ärmer 😉

Sofort nach Start und Ziel gehen die Positionskämpfe los, schon bald darauf folgen die ersten Attacken. Wir sind, trotz „Unterzahl“ sehr gut in den Top 30 vertreten und können in den ersten 3 Runden zusammen mit BKK und DKS alle Attacken neutralisieren. Diese werden fast durchweg von Leeze/Biehler initiiert, die in Dresden wieder einmal in Rekordstärke vertreten sind. Gibt’s mal keine Attacke, dann kontrolliert BKK das Feld. Ich selbst halte meine Position weit vorne in der ca. 70 Fahrer starken Spitzengruppe. Positiv fällt auf, dass alle sehr diszipliniert fahren. Es gibt in meinem Umfeld kaum kritische Situationen, geschweige denn Sturzgefahr.

Ich fahre für meinen Geschmack eher zu viel im Wind, leiste den ein oder anderen Meter Führungsarbeit, gerade auf dem Elbabschnitt in Richtung Start / Ziel. So auch in der 4. Runde. Zuvor hätte sich bei der Anfahrt zur Elbbrücke sogar noch eine Gruppe bilden können. Drei Fahrer von Leeze/Biehler, zwei von Sebamed und je einer von BKK und DKS waren rausgefahren, harmonierten letztendlich aber nicht. Insgesamt lasse ich bei der aktiven Mitwirkung der Rennkontrolle ein paar Körner zuviel für eine noch bessere Platzierung.

Auf der Zielgerade orientiere ich mich obendrein zu früh nach links. Zwar in aussichtsreicher Position, allerdings einige hundert Meter zu viel im Wind, keine Chance mich in die Einerreihe einzusortieren. Dadurch verpasse ich den entscheidenden Sprintzug. Mit meiner Platzierung (19. Gesamt, 2. AK) bin ich aber voll zufrieden, erst recht mit dem sensationellen Abschneiden unseres Teams. Alex hat sich und uns mit seinem Können und seiner Erfahrung das erste Gesamtpodium der Saison beschert. Echt super!<<

>>JONAS: Die taktische Richtung aus der vorabendlichen Besprechung bei Pizza und Pasta ergab war klar: Teampodium und Massensprint für unsere starke Sprinterfraktion. Meine Aufgabe bestand vor allem darin, Attacken mitzugehen und zu versuchen am Ende ebenfalls mit rein zu halten. Kurz, ersteres gelang gut, zweiteres weniger.

Runde 1: Es ging schnell los, wie immer und wie es zu erwarten war. Schnell ging der Tacho auf über 50 km/h. Zudem gingen die ersten unwichtigen Attacken, entweder Björn oder Ich sind in den ersten Attacken dabei. Wirklich kritisch wird es nie, da die Gruppen nie groß genug sind und das Tempo sehr hoch. So geht es geschlossen das erste Mal über die Ziellinie.

Runde 2: Das Tempo schläft etwas ein, die Attacken werden weniger. Es wird eher unereignisreich. Jeder, der auf eine Attacke spekuliert scheint eher auf einen späteren Zeitpunkt zu warten. So geht es gemeinsam in Runde 3.

Runde 3: Das Tempo ist zunächst mittelmäßig. Zur Auffahrt der Waldschlösschenbrücke entschließe ich mich, es selbst mal zu probieren, in der Hoffnung, dass mir eventuell einige Fahrer folgen. Doch nichts passiert, alleine passiere ich die Waldschlösschenbrücke und pendle mich einige Minuten bei 300W ein um keine Energie zu verschwenden, aber mich auch nicht komplett zurückfallen zu lassen. So werde ich bereits auf der Rückfahrt über die Elbe wieder gestellt. Am Ufer dann die bis dahin ernsteste Attacke, doch keine von uns dabei. Ich ziehe das Tempo hoch um den Anschluss zu schaffen, doch ich muss zu viel Kraft investieren um ran zu fahren. Die letzten Meter schaffe ich nicht, doch Jona kann die Lücke aus meinem Windschatten zu sprinten. Sehr gut, wir sind dabei. Kurz danach ist die Gruppe schon wieder gestellt.

Runde 4: Das gleiche Bild, einige unwesentliche Attacken. Erneut am Ufer geht eine Attacke von Leeze. BKK und Bacchus sind dabei, das könnte kritisch werden. Also gehe ich mit, zudem ist Volker an meinem Hinterrad. „Zieht durch!“ ruft einer von hinten, wir haben tatsächlich eine gute Lücke und die Besetzung der Gruppe ist gut, also ziehe ich durch. Doch auf einmal will niemand mehr. Keiner geht in die Führung, kurz darauf ist die Lücke geschlossen. Dies verdeutlicht mir, eine Gruppe kann oder will niemand ernsthaft, die Attacken sind mehr Alibi-Aktionen.

Runde 5: Kurze Absprache mit Frederic und Alex zu Beginn der Runde, jetzt bloß niemanden mehr gehen lassen. Es geht also geschlossen auf die lange Zielgerade. Neben mir Frederic und Jona, doch Alex Hinterrad ist frei, so war das nicht geplant. Also ziehe ich an das Hinterrad von Alex in der Hoffnung, dass Frederic hinter mir ist. Circa 1 km vor dem Ziel mache ich Alex Hinterrad frei, um es zu übergeben, doch meine Teamkollegen sind nicht da. Mich spült es im Dresden-typischen Chaos vor dem Sprint auf die „falsche“ Seite. In diesem Moment weiß ich: Das ist für mich gelaufen. Ich trudle somit auf Platz 30 ins Ziel – Für mich ein Streichergebnis. Doch die Teamleistung ist stark. Alex holt unser erstes Einzelgesamtpodium und im Team fahren wir wie in Münster letztes Jahr auf Platz 2. Somit letztlich alle Ziele erreicht, ein erfolgreiches Teamwochenende in Elbflorenz.

Vor allem bei mir ist die Vorfreude nun auf das Saisonfinale groß, steht doch mit dem Riderman ein topografisch anspruchsvolleres Rennen auf dem Programm in welchem ich die einmalige Chance habe einen Top10-Platz und mein AK-Podium zu verteidigen. Und Münster als Sprinterfreundliches Rennen bietet uns eine neue Chance auf ein starkes Teamergebnis…

>>BJÖRN: Also ich hab mich schon total auf Dresden gefreut, allerdings wusste ich nicht ganz wo ich von der Form stehen würde. Ich hatte am Samstag vormittag mit Alex telefoniert, um ein wenig über die Taktik für das Rennen zu sprechen. Mein Wunsch war es, dass ich in den ersten 50km auf Attacken reagiere.

Die ersten 5km waren schon sehr hektisch, erstens weil das Führungsfahrzeug schon viel zu schnell in der neutralisierten Phase unterwegs war.
Und zweitens weil ich einen kleinen Disput mit Marius Prünte hatte.
Aber gut so ist das manchmal.
Im Rennen konnte ich mich meistens recht gut positionieren und dadurch auch auf zahlreiche Attacken reagieren, diese haben mir natürlich auch ganz schön weh getan. Ab der 3 Runden habe ich dann leichte Krämpfe bekommen. Glücklicherweise waren sie aber erträglich.

In der letzten Runde hat man dann gemerkt, dass irgendwie alle abwarten. Stellenweise war das Tempo recht niedrig aber jeder wusste das es gleich richtig zur Sache geht. Am Elbufer entlang habe ich dann eigentlich nur noch versucht Freddi’s Hinterrad abzuschirmen. Jona spannte sich dann auch noch mit ein. Dummerweise waren wir aber nicht bei Alex in der Nähe, der eine wesentlich bessere Position hatte. Schlussendlich bin ich dann bei Jona am Hinterrad über die Ziellinie gefahren. Diese eine Fahrradlänge hat auch noch einmal 3 Plätze ausgemacht. Da sieht man sich wie eng es vorne im Feld zuging…

Mit meiner Leistung bin ich auf jedenfalls zufrieden. Auch wenn ich das was AK Podium nur um 1 Sekunde verpasst. Und natürlich bin ich sehr stolz auf das Team, vor allem, dass wir mit 6 Leuten vorne im Hauptfeld so aktiv mitfahren konnten. Es hat zwar leider nicht zum Sieg für Freddi gereicht, aber dann warten wir halt bis Münster!<<

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.