Rund um den Kurpark, Bad Homburg

Rothaus Riderman

26. September 2018 Comments (0) Berichte

Deutschlandtour 2018 – Jedermannrennen Stuttgart

Erstmals seit der Einstellung der Bayern-Rundfahrt hat Deutschland wieder ein Profi-Etappenrennen, die „Deutschland-Tour“. Wenn dann in diesem Rahmen ein Jedermannrennen veranstaltet wird, darf das Sebamed Team nicht fehlen. So stehen mit Jonas, Frederic, Erich, Eric, Matthias und Volker 6 Fahrer mit den Weiß-Grün-Magenta farbenen Trikots am Start.

Das Rennen verläuft erwartungsgemäß schwer. Strassacker, das wohl beste deutsche Jedermannteam, hat beim Heimrennen seines Sponsors ein Top-Aufgebot am Start und das erklärte Ziel, zu gewinnen. Entsprechend sorgen die Fahrer des Teams schnell für eine Selektion. Bereits früh, zieht man die Gesamtdistanz von 117 Km in Betracht, kann sich aber trotz des hohen Tempos eine Gruppe von 5 Fahrern nach vorne lösen, zwei Fahrer von Strassacker sind dabei. Christian Kreuchler von BKK Mobil Oil versucht, nach vorne zu kommen. Jonas nutzt die Gelegenheit und klemmt sich an sein Hinterrad. Er muss alles geben, um mit dem bärenstarken Christian mitzuhalten, der zuletzt in Schleiz nach rund 40 Km Soloflucht gewonnen hat. Da Jonas so langsam an sein Limit kommt und sich das Ganze bei Rennkilometer 41 abspielt, lässt er sich wieder ins Hauptfeld zurück fallen. Christian schafft den Sprung nach vorne.

Entgegen Jonas Erwartung kommt die Gruppe vorne aber durch. Das liegt auch daran, dass im Hauptfeld Strassacker die Verfolgungsarbeit erfolgreich stört. Sie haben alles richtig gemacht heute, gewinnen das Rennen wie angesagt. Jonas fühlt sich heute auch gut und löst sich einige Kilometer vor dem Ziel mit Karsten Klein vom Team Deutsche Kinderkrebsstiftung vom Verfolgerfeld. Sie fahren schnell einen guten Vorsprung heraus, Jonas sieht sich bereits mit einem Top Ten Resultat vor Augen. Da passiert es, Defekt auf den letzten drei Kilometern. Er kann zwar noch zu Ende fahren, holt selbst mit diesem Handicap noch den beachtlichen 27. Platz. Aber da wäre heute mit etwas Glück mehr drin gewesen.

Die anderen beenden das Rennen auch erfolgreich auf den Plätzen …

Erichs nachstehender Bericht vermittelt euch auch noch einen direkten Eindruck aus Fahrersicht:

>> Außerhalb des GCC gibt es in Deutschland nicht allzu viele bergige Jedermannrennen mit mehr als 100km Länge. Deshalb nahm ich die Gelegenheit, in Stuttgart im Rahmen der wiederbelebten Deutschlandtour am langen Rennen teilzunehmen, gerne wahr. Das sahen offensichtlich rund 3000 Gleichgesinnte ähnlich. Allein in meiner AK, Senioren IV, starteten über die lange Strecke mehr als 100 Fahrer. Eine nahezu perfekte Organisation und eine Streckensicherung, mit Abgitterung in engen Ortsdurchfahrten, wurde geboten. Die für Jedermannrennen nicht selbstverständlich vielen Zuschauer am Rand des Kurses feuerten alle Fahrer an und sorgten in Verbindung mit einer abwechselungsreichen Streckenführung für ein tolles Rennen. Von der breiten Schnellstraße bis zum schmalen landwirtschaftlichen Weg, ein Stück Kopfsteinpflaster, kurze knackige Anstiege und ein langer, stetig steiler werdender Berg mit entsprechenden Abfahrten waren dabei. Da mochte auch der Wettergott nicht nachstehen und sorgte am Renntag entgegen der Prognose zur Wochenmitte für optimales Rennwetter. Angenehme Temperaturen, Sonnenschein und kaum Wind.

Einziger Wermutstropfen aus meiner Sicht waren die zahlreichen rechtwinkeligen Richtungs-änderungen. Vielleicht auch deshalb, weil ich nach den rasanten Startkilometern mit 45er Schnitt bei km 14 am Ortseingang Esslingen ein Opfer einer solch engen Kurve wurde. Zwei vor mir Fahrende stürzten. Als ich glaubte, durch Bremsen und Ausweichen dem eigenen Sturz entgehen zu können, schleuderte eins der Räder direkt vor meines. Damit war auch mein Bodenkontakt nicht mehr zu vermeiden. Rad heil, ein paar Prellungen, aber der Kontakt zur großen Spitzengruppe war natürlich dahin. In der Folge sammelte ich mit einer kleinen Verfolgergruppe Fahrer um Fahrer wieder ein, von denen einige unsere Gruppe anwachsen ließen, andere fielen zurück. Speziell der lange Anstieg  durchs Nassachtal nach Schlichten zum höchsten Punkt der Strecke sortierte die Verfolgergruppen wieder neu. Aber vor der letzten Neckar-Überquerung hatte sich erneut eine große Gruppe gebildet. Im Wissen um den langen, wenn auch nur mäßig steilen Schlussanstieg zum Killesberg war mir klar,das die Gruppe wieder auseinander fliegen würde. So kam es dann auch. Einige Zurückgefallene aus der vorausfahrenden Gruppe konnte ich sogar noch überholen. Die für die Jedermänner wie auch die später kommenden Profis identische, schnelle Abfahrt zur Zielgeraden in der Stuttgarter Innenstadt änderte fast nichts mehr an der Reihenfolge. Dazu hatte der Anstieg die Gruppe zu sehr auseinandergezogen. So konnte ich ohne Sprintdruck Stimmung und Anfeuerung der zahlreichen bereits auf die Profis wartenden Zuschauer entlang der Zielgeraden genießen. Abgesehen vom Sturzpech war das Rennen mit dem 2.Platz in der AK, 175. von fast 1700 Fahrern gesamt und mit einem 37er Schnitt bei ca. 1100Hm für mich eine gelungene Generalprobe für das eine Woche später stattfindende WM-Rennen in Varese mit ähnlichem Profil.

Erich<<

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