Circuit Cycling – Hockenheimring

Garmin Velothon Berlin 31. Mai 2015

19. Mai 2015 Comments (0) Berichte

Neuseen Classics am 17. Mai 2015

Leipziger Allerlei – oder Susannes gelungenes Debüt mit Podiumsplatz sowie Susis wiederentdeckte Freude an der Rennteilnahme.

Am Vortag des Rennens treffen Gary & Martina, Willi, Peter, Joachim, Susanne, Marco, Klaus & Susi, Matthias, Arne, Frédéric und ich in Sachsens sehenswerter und kulturträchtiger Stadt Leipzig ein. Nicht unweit des Völkerschlachtdenkmals an der Alten Messe, bietet der Veranstalter der Sparkassen Neuseen-Classics ein wirklich gut organisiertes Event.

Nach Abholung der Startunterlagen, kurzer Plauderei vor Ort, beziehen wir unsere Hotelunterkunft im östlichen Bezirk von Leipzig. Peter macht noch die kleine Materialausgabe einiger Vermarc- Bestellungen und Susanne wird als neues Team Mitglied mit der nötigen Sebamed-Racing-Erstausstattung versorgt.

Um 19:00 Uhr hat Gary für uns nach drei Anläufen, was demnach gar nicht so einfach war, einen Tisch in einem italienischen Restaurant in der Innenstadt reserviert. Für alle aus dem Team die diesmal nicht dabei waren, wir haben viel an euch gedacht und wie so oft Spaß gehabt. Unser gemeinsamer Abend wird nicht all zu lang, denn der Start des morgigen 115 Kilometer Rennens ist um 08:30 Uhr.

Mit großzügigem Vorlauf von über einer Stunde vor dem Start nutzen wir die Gelegenheit, um uns einzurollen. Es ist bedeckt, windig und um die +10°C. Neben dem 115 km Jedermannrennen, welches ebenfalls zur German-Cycling-Cup Serie zählt, wird heute Radsport für diverse Altersgruppen und Kategorien geboten. Der programmfreudige Tag wir mit dem 60 Kilometer Jedermannrennen, welches um 14:00 Uhr gestartet wird, abgeschlossen. Hier wird sich Susi später den noch stärker werdenden Windverhältnissen stellen.

Noch ca. 20 Minuten bis zum Start, in Leipzig nehme ich die Stimmung zumindest vor dem Rennen immer als entspannt wahr. Auffällig auch, dass neben den GCC Serienstartern dies Rennen zusätzlich mit einer Vielzahl von Tagesstartern besetzt ist.

Wir stehen alle im Startblock A, Peter will scheinbar heute alle Register ziehen und steht in zweiter Reihe. Radsportlegende Rudi Altig gibt als geladener Gast den Start frei, es geht los!

Unsere Männer sehe ich schon nach der ersten Kurve nicht mehr, die strahlen vorweg. Peter prescht sogar die ersten 5 Kilometer richtig los, dann geht ihm aber die Klammer da vorne bei den Cracks und er lässt sich zurück fallen. Ist dennoch ständig im Hauptfeld mit dabei und fährt ein klasse Rennen. Auch Marco, Frédéric, Klaus, Matti und Arne fahren in der Spitzengruppe ein tolles Rennen. Gary hingegen ist so gar nicht zufrieden wie es heute für ihn läuft, was er sehr bedauert, denn eigentlich zählt das Jedermannrennen in Leipzig zu seinen Lieblingsherausforderungen. Bis km 38 hat sich Gary immer am Ende der Spitzengruppe aufgehalten und hat entstandene Löcher zu gefahren. Aber als es wieder von den schmalen Wegen auf die Straße geht und wieder ein Loch reißt, hat Gary nicht mehr die nötige Kraft und den Biss, der Kopf sagt nein. Und er muss seine Gruppe ziehen lassen. Erst zu zweit, dann zu fünft und schließlich zu zehnt inklusive Joachim geht’s für Gary weiter. Bei ca. km 80 stoßen noch viele Fahrer aus dem Startblock B dazu. Schlussendlich fahren hier alle zusammen ins Ziel, ohne dass noch großartig das Tempo verschärft wird.

Obwohl ich die Strecke schon oft gefahren bin, habe ich nur lückenhafte Erinnerungen. Immer wieder bin ich überrascht – ach ja, hier sind wird jetzt. Klar, den Teil um die Seen mit seinen schmaleren Wegen und vielen Kurven und Antritten kannte ich. Aber auch dieser Teil war dieses Jahr verändert.

Leider hatte ich anfangs richtig miese Beine, die wurden ab Km 60 etwas besser, aber auch nicht wirklich toll. Bei Km 16 höre ich einen Knall, einige Meter vor mir hat ein Fahrer einen Reifenplatzer, er stürzt, ich habe genug Abstand um noch auszuweichen. Jedoch ist die Gruppe in der ich war, weg. Bei dem Wind und dem welligen Kurs gelingt es mir nicht, mich wieder ran zu kämpfen. So warte ich auf die nächste kleinere Gruppe. Die kann ich bis km 38 halten. Ich fahre jedoch viel zu weit hinten, was an den engen, entscheidenden Stellen dazu führt, dass ich erneut, diesmal mit einem anderen Mädel, abgeschlagen bin. Zu zweit, ich laut fluchend, fahren wir ca. 4 Kilometer nebeneinander her. Kommt mir wie eine Ewigkeit vor, bis die nächste Gruppe von hinten kommt, in die wir uns wieder einreihen. Zwischendurch sehe ich noch Willi bei km 32 rechts langsam pedalieren, er hat leider einen Schaltdefekt, weil ihm jemand ins Rad gefahren ist und beim Tuschieren wohl das Schaltwerk gelitten hat. Wie sich später heraus stellt, ist Willi dann ausgestiegen.

Selbst im Feld mitrollend, bläst der Wind von verschiedenen Seiten, was immer wieder aufs Neue Kraft kostet. Gut positioniert bin ich nicht und sobald das Tempo angezogen wird, falle ich zurück, mit Vorspringen ist diesmal nichts drin. Auf den letzten 20 Kilometern, die wieder wellig an den Seen zurück gehen, muss ich die große Gruppe noch einmal ziehen lassen und komme schließlich mit ein paar Versprengten ins Ziel. Puh, das war mal eine echte Schinderei für mich.

Im Zielbereich warten schon die meisten von uns, nur Susanne fehlt noch, die aber schließlich auch mit einer Gruppe heil und dazu noch erfolgreich ins Ziel kommt. Als Zweite in der Altersklassenwertung nimmt Susanne die Glückwünsche bei der Siegerehrung auf dem Podium entgegen.

Susanne auf dem Podium

Matthias und Arne verabschieden sich und machen sich auf den Weg zurück in den Norden. Willi hat schon vorher die Segel gestrichen, für ihn war der Tag für die Füße.

In der Zwischenzeit frischt der Wind noch mehr auf und Susi macht sich sichtlich aufgeregt aber dennoch mit Vorfreude bereit für ihren Start der 60 Kilometer Runde. Es sei erwähnt, dass Susi bereits früh mit uns aufgestanden ist. Während wir unser Rennen fahren, steht sie die ganze Zeit bepackt mit ihrem Rucksack mit unseren Klamotten auf dem Gelände und erwärmt sich an einem Kakao. Susis Wartezeit wird durch einen Anruf von Willi unterbrochen, der frustriert Bescheid sagt, dass er durch einen technischen Defekt aufgeben musste und ihr gleich Gesellschaft leistet.

Auf der 60 km Distanz gibt es 4 Startblöcke, was zeigt, dass hier eine beachtliche Menge an Fahrern gemeldet ist. Susi überquert mit der letzten Welle die Startlinie und macht sich unter unseren Anfeuerungsrufen auf den Weg. Klaus klinkt sich galant nach ca. 500 m mit ins Renngeschehen ein und spendet Susi Windschatten und ihre anfängliche Nervosität legt sich.  Die ersten 11 Kilometer schaut Susi oft auf ihren Tacho und sieht durchschnittlich 34-36km/h. Sie denkt an Peters Worte vor dem Rennen, Susi 01:59, 30er Schnitt, Du schaffst das! Für Susi ein toller Ansporn, sie tritt in die Pedale und führt sogar gemeinsam mit Klaus eine Gruppe an. Ein Motorrad mit Kameraausrüstung überholt die beiden und schießt schöne Erinnerungsfotos. Auf der kurvigen Strecke schließt Susi auf die nächste Gruppe auf, kann sich aber nur kurz erholen, denn Klaus bolzt auch hier Tempo, Susi bleibt dran. Bei km 30 versorgt sich Susi mit einem Gel, Pulsbereich sieht gut aus. Bei km 46 ruft Klaus ihr zu „Wenn Du den 30er Schnitt schaffen willst, müssen wir jetzt noch mal richtig Gas geben!“ Susi schaltet ein, zwei Gänge höher und fährt immer in Beachtung der Windrichtung. Sie sieht das Schild mit dem Aufdruck Ziel, es ist nicht mehr weit. Von hinten kommen einige Fahrer und setzen zum Überholen an, Susis Ehrgeiz ist geweckt, die Fahrer will sie wieder einfangen. Es geht in die letzte Kurve. Klaus brüllt Susi nach vorne, mit letzter Reserve fährt Susi mit einem Glücksausruf durchs Ziel. Sofort der Blick auf den Tacho und das Endergebnis mit 01:56:21,13 zeigt der Mühe Lohn. Unendlich glücklich, es geschafft zu haben, geht jetzt auch für Susi ein langer Tag zu Ende.

Ergebnisse 115 km (Männer)

59. Frédéric Julian Kornas 02:38:15,08

61. Marco Lenck 02:38:19,08

64. Arne Wolfgramm 02:38:21,82

91. Klaus Schmitz 02:39:54,77

92. Matthias Lohmann (Wertung nach Zielfoto) gefahrene Zeit ca. von Arne

198. Peter Wohllebe 02:48:37,55

252. Joachim Lock 02:53:28,31

265. Gary Weir 02:53:34,35

DNF Dietmar Weinert

Ergebnisse 115 km (Frauen)

  1. Silke Müller 02:59:12,32

37. Susanne Braun 03:14:43,60

Ergebnisse 60 km (Frauen)

42. Susann Schönefeldt        01:56:21,13     10te AK

 

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