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1. Juli 2015 Comments (0) Berichte

Sommerspaß in Winterberg

Die Pause zwischen den GCC-Rennen nutzen einige Fahrer des Sebamed Racing Team, um an anderen Rennen teilzunehmen.

Hier der Bericht von Gary Weir über seine Teilnahme an der HochsauerlandChallenge, der bestätigt, dass ein Besuch dieser Veranstaltung für Jedermänner auf jeden Fall für das nächste Jahr eingeplant werden sollte.

Die HochsauerlandChallenge fand zum zweiten Mal statt. Ich war das erste Mal dabei. Auf der Langdistanz (100 Km) sind etwas mehr als 100 Fahrer am Start, was überschaubar ist (später mehr dazu) aber für eine entspannte Atmosphäre sorgt. Sogar ich, ansonsten immer vor einem Rennen eher schweigsam, plaudere mit den anderen Teilnehmern. Beim Startschuss denke ich, da die ersten 15 Km bergab gehen, Zeit zum Einrollen zu haben. Ach ja, ich vergaß, ist ja ein Jedermannrennen…als wir bei Km 0 zum offiziellen Start angehalten werden, wollten die Ersten schon losschießen. In der Abfahrt tun mir die Jugendfahrer als Holland leid, da diese mit der Jugendübersetzung an ihrem Fahrrad auch bei gefühlten 150 Umdrehungen/Minute nicht hinterher kommen. Allerdings geht mir das auch mit 52/36 so: nach 3 Km bin ich schon abgehängt, so viel zum „Einrollen“. Bis Ende der Abfahrt kann ich wieder zur Spitze aufschließen.

Teil 2 der 50 Km-Runde war dann wellig. Hier erfolgt die nächste Selektion. Ich falle in die zweite Gruppe zurück. Dort stelle ich fest, dass ich einer der Stärkeren bin (kommt nicht allzu oft vor) und beschließe, mich zu testen. Im dritten Teil der Strecke (bergauf nach Winterberg zurück) forciere ich das Tempo und – siehe da – auf einmal fahre ich alleine. Die Vernunft sagt, lass es doch. Aber dann denke ich, ok, so kann ich in meinem Tempo zumindest die Abfahrt noch mal mitnehmen. Aber von hinten kommt keiner und mich packt der Ehrgeiz, die alte Zeitfahrerqualitäten kommen durch und plötzlich bin ich 60 Km alleine unterwegs… Von vorne fällt auch niemand zurück. Komisch, das habe ich von früher anders in Erinnerung, aber heute scheint keiner mehr kaputt zu gehen. Auf jeden Fall bin ich den langen Anstieg ins Ziel weiter alleine und habe Genickschmerzen vom häufigen Kopf nach hinten drehen. Anfangs in der Hoffnung auf Unterstützung, am Ende in der Hoffnung, nicht überholt zu werden….So kommt es dann, dass ich mehr oder weniger 60 Km solo unterwegs bin. Gutes Training für irgendwas sicherlich. Der 50. Platz und AK 8 kommt dabei raus. Wann ist man zufrieden? Wenn man nicht mehr hätte erreichen können. Insofern bin ich dann zufrieden.

Zurück zum Anfang: Warum so wenig Teilnehmer? Ich habe mit dem Veranstalter gesprochen: Er hatte auf 400 Teilnehmer (gesamt) gehofft. Es waren etwas über 200, was immerhin mehr als 100% Steigerung zum Vorjahr war. Im nächsten Jahr will man auf 500 Teilnehmer kommen. So war immer die Planung. Dafür spricht, dass diese eine gut organisierte Veranstaltung auf einer schönen, gut abgesicherten Runde ist. Startgeld ist marktüblich. Die Stadt Winterberg gibt sich Mühe und tut einiges für die Teilnehmer und Zuschauer. Dagegen spricht, dass die Runde doch etwas härter ist als einige andere Jedermannstrecken, wenn auch nicht allzu schwer. Das Straßensperrkonzept fand ich sehr gut: ein Auto fährt 30 Minuten hinter dem Spitzenfahrer. Hinter diesem Auto ist die Streckensperre aufgehoben. Mit anderen Worten die Straße ist für 30 Minuten auf beiden Fahrspuren gesperrt. Allerdings ist das für den richtigen Hobbyfahrer eher nachteilig – ich habe (mit einer mittleren Platzierung) zum Schluss auch fast 30 Minuten Rückstand auf den Sieger Julian Horstmann. Das heißt, die Hälfte des Feldes fuhr auf nicht mehr gesperrter Strecke.

Zum Schluss hängt über allem das Thema GCC. Das ist irgendwie mittlerweile wie zwischen Championsleague und Kreisklasse. GCC-Teilnahme garantiert Starter (siehe (fast) Absagen Hannover, Bremen und Benzin nach Ausstieg aus der Serie). Dieses Rennen würde sehr gut dort reinpassen und das würde die Teilnehmerzahl nach oben katapultieren. Da ich aber die Modalitäten „hinter den Kulissen“ nicht kenne, weiß ich nicht, ob das überhaupt zur Debatte steht.

Ich werde auf jeden Fall nächstes Jahr dabei sein und hoffe, es sind entsprechend mehr Teilnehmer. Die Veranstaltung hat es auf jeden Fall verdient!

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