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Tour de Kärnten 2019

21. Mai 2019 Comments (0) Berichte

Leipzig Neuseen Classics

Leipzig ist eines der Rennen, dass sich das Sebamed Racing Team im Kalender rot angekreuzt hat. Weitgehend flach und schnell, mit guter Chance auf ein Sprintfinale spielt der Kurs den Fähigkeiten der Fahrer in Magenta-Grün-Weiß in die Karten. So ist das Team auch heute mit einigen Erwartungen angereist. Entspricht doch die Bilanz zumindest was das bisherige Teamabschneiden angeht noch nicht dem, was wir uns vor der Saison vorgenommen haben.

Bereits bei Kilometer 15 ist jedoch ein Teil der guten Vorsätze dahin: eine mit Fahrern der Teams MTS, Kinderkrebs, Paintrain und Leeze gut besetzte Gruppe von 4 Fahrern setzt sich ab. 3 weitere Fahrer springen hinterher, Björn ist aufmerksam und geht mit. Er macht allerdings den Fehler, einen guten Teil von vorne zu fahren. So hilft er nur den drei anderen, ihm selbst gehen ganz kurz vor dem Zusammenschluss die Beine zu. Während die 7 Ausreißer weg sind, fällt Björn wieder ins Feld zurück. So haben nur BKK Mobil und das Sebamed Racing Team vorne keinen Fahrer dabei. BKK versucht die Nachführarbeit, während die Sebamed Fahrer leider zu weiter verteilt im Feld sind, um mitzuhelfen. Auch schließt Alex bei der Stärke der vorne Fahrenden, dass es kaum gelingen wird, diese einzuholen, solange die sich einig sind. So verpufft auch der Aufwand von BKK am Ende ergebnislos, der Vorsprung der Ausreißer wächst stetig an, während das Tempo des Hauptfeldes so langsam einschläft. Circa bei Kilometer 65 und inzwischen sehr langsamen Tempo fordert unser Road Captain Alex Andriy auf, sich nach vorne aus dem Staub zu machen. Ein guter Tipp, den Andriy mit dem zweiten Tempovorstoß auch verwirklichen kann. Schnell fährt er eine Lücke heraus. Nach 10 Kilometern allein zwischen dem Hauptfeld und der Ausreißergruppe im Wind merkt Andriy, wie seine Beine langsam müde werden.

Wie gerufen kommt ihm da ein Fahrer vom Team Deutsche Kinderkrebshilfe entgegen, der vorne aus der Gruppe zurückgefallen ist. Andriy spricht sich mit ihm ab und die beiden wechseln sich ab sofort in der Führungsarbeit ab. Gut 6-7 Kilometer vor dem Ziel schaut sich Andriy um und sieht das große Fahrerfeld von hinten heranrasen. Er fordert seinen Begleiter auf, noch mal alles zu geben. Das tut dieser auch mit dem Ergebnis, dass bei ihm rund einige Kilometer weiter endgültig „die Lichter ausgehen“. Jetzt auf sich allein gestellt, nur noch wenig mehr als 100 Meter Vorsprung vor dem Verfolgerfeld mobilisert Andriy alle Kräfte. Auf die rund 300 Meter lange Zielgerade einbiegend sieht er vorne schon drei Fahrer aus der Ausreißergruppe, von hinten spürt er fast den Atem der Verfolger. Er versucht zu sprinten, doch das Ergebnis ist kläglich. Hinter ihm biegt das Hauptfeld um die Kurve, eröffnet den Sprint. Noch wenige Meter, die vorne kann er nicht mehr stellen, eine letzte Anstrengung – er schafft es mit hauchdünnem Vorsprung ins Ziel, nur ein Fahrer der Verfolger überholt ihn noch auf der Linie. Am Ende ein starker 6. Gesamtrang für ihn.

Nach Andriys Attacke bei Kilometer 65 ist wiederum unser Team in einer besseren Situation. Die Gruppe ganz vorne ist weg, dazwischen unser Mann, also kein Grund für unsere im Führungsfeld verbliebenen Fahrer, sich an einer Nachführarbeit zu beteiligen. Zu diesem Zeitpunkt sind noch 7 Sebamed Fahrer dabei: Alex, Björn, Christian,  Jona, Klaus, Matthias und Volker. Eine sehr gute Ausgangslage um aus der nur rund 50 Fahrer starken Gruppe ein gutes Teamergebnis einzufahren. Rund 10 Kilometer vor dem Ziel passiert es jedoch: ein Fahrer versucht, auf einer kurzen Streckenverbreiterung einige Plätze gut zu machen. Er drängelt sich weiter vorne überhart wieder ins geschlossene Fahrerfeld, verursacht dadurch einen Sturz, der das Feld teilt. Christian, Björn, Klaus, Matthias und Volker sind betroffen, Volker muss das Rennen sogar aufgeben, sein Fahrrad ist nicht mehr fahrtüchtig und auch er hat einiges abbekommen. Christian und Matthias fahren jeder für sich allein ins Ziel.

Vorne drin sind also nur noch Alex und Jona. Alex will für Jona den Sprint anfahren, versucht, kurz vor der Zieleinbiegung in der S-Kurve die Ideallinie im dahinrasenden Feld zu halten, ein anderer Fahrer will das auch – Sturz! Der Aufschlag ist so hart, dass der gleichzeitig weiter vorne um seinen Vorsprung kämpfende Andriy ihn später als „Bombeneinschlag“ beschreibt. Jona reagiert schnell und kann unbeschadet weiter fahren. Im Sprint des Feldes schafft er einen beachtlichen 4. Platz, was Gesamtrang 10 bedeutet!

Die Teamwertung für Team 1 komplettieren Björn und Klaus, die kurz hinter dem Hauptfeld ins Ziel kommen. Unter dem Strich bringt das Team mit dem 6. Platz und dem 2. Platz in der Altersklasse für Andriy, dem Altersklassensieg für Jona und einem sehr guten zweiten Altersklasseplatz für Silke einiges zählbares mit. Nur die Teamwertung ist mit dem 7 Platz erneut hinter dem angestrebten Ergebnis. So langsam gehen uns da die (flachen) Chancen aus, um unseren Vorsatz umzusetzen, bis zum Schluss um das Teampodium gesamt mitzukämpfen. Aber wir versuchen es weiter, auch wenn das nächste Rennen in Köln eher für gute Einzel- als für ein gutes Teamergebnis Aussicht bietet…

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