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3. Juni 2019 Comments (0) Berichte

Tour de Kärnten 2019

Auch dieses Jahr stellt das Sebamed Racing Team einen Teilnehmer bei der beliebten Etappenfahrt im Nachbarland Österreich. Lest hier den Bericht von Erichs Erlebnissen in den Alpen:

>> Mit 335 Finishern hatte die 8.Auflage des 6-Etappen-Rennens für Jedermann/frau eine neue Rekordbeteiligung. Und Jedermann ist wörtlich zu nehmen! Neben Ex-Profi und 6fachem Grand Tour-Teilnehmer Johnny Hoogerland oder dem Ötztaler Radmarathon-Sieger Mathias Nothegger sowie weiteren Spitzenfahrern waren ebenso Fahrer dabei, die für die 476km mit 8400Hm rund 10h länger benötigten als die Sieger.

Trotz der gestiegenen Teilnehmerzahlen in den letzten Jahren ist die Veranstaltung nach wie vor überschaubar und familiär geblieben. Die Straßen sind zwar nicht gesperrt, aber an allen Kreuzungen und Abzweigungen sorgen Helfer für freie Fahrt. Alle Etappen starteten in Ossiach am gleichnamigen See. Bis auf das Einzelzeitfahren ging es in vier Startblöcken zunächst jeweils ca. 11km neutralisiert am See entlang, bevor die Rennen freigegeben wurden. Dann warteten bereits die ersten der zahlreichen Anstiege. Gleich dreimal endeten die Etappen mit einer Bergankunft. Erfreulich, dass trotz Regenprognosen vor den ersten 4 Etappen der Wettergott immer ein Einsehen hatte. Es blieb trocken.

Die Auftaktetapppe hatte es mit 119km/2280Hm gleich in sich. Mein härtester Konkurrent Robin Schumann war mir zunächst entwischt, doch im flachen Gurktal konnte ich mit einer Gruppe wieder heranfahren. Den Rest der Etappe blieben wir zusammen. Leichte Vorteile in den Abfahrten konnte ich nicht entscheidend nutzen. Im Zielsprint hatte er die Nase vorn.

Das EZF über weitgehend flache 29km folgte als 2.Etappe. 15 Sek. nach mir gestartet, hatte er als Spezialist mich nach ca. 5km bereits überholt. Am Ende waren es über 2 Min., die ich zurück lag. Ein 2.Platz in der AK blieb.

Die 3.Etappe über das Dach der Tour war dann meins, 96km/1350Hm. Im ersten, zweistufigen Anstieg konnte mir Robin nicht folgen. Mit einer kleinen flotten Gruppe konnte ich die 20km bis zum Hauptanstieg gut überbrücken. Die tief hängenden Wolken über dem 1618m hohen Scheitelpunkt sorgten für nasse Straßen und Nebel behinderte die Sicht. Auf der Abfahrt wurde es lange nicht besser. Gut, zur Orientierung 3 Fahrer in Sichtweite vor mir zu haben. Mit einer nun immer größer werdenden Gruppe konnten die verbleibenden Wellen ins Ziel zügig genommen werden. Aus meinem gut 2 Min.-Rückstand war ein exakt vierminütiger Vorsprung geworden, Etappensieg inclusive.

Doch wie gewonnen, so zerronnen. Auf der 4.Etappe war der erste, diesmal flache Anstieg Robin’s Ding. Ein 20m Loch fuhr ich leichtfertig nicht zu, war isoliert und konnte erst zu zweit, später zu viert nur noch zuschauen, wie die größere Gruppe mit Robin komplett aus unserem Blicken verschwand. 25km flacheres Terrain reichten, meinen schönen Vorsprung auf 5 Sek. schmelzen zu lassen. Die weiteren, mit bis zu 18% steilen Anstiege der 95km/1630Hm-Etappe änderten daran nichts.

Auf der 5.Etappe mit 93km/1810Hm konnte ich Robin am ersten Berg erneut distanzieren. Zum ersten Mal war die Straße durchgehend trocken. Nach rasanter Fahrt durch das Gurktal galt es bei Kilometer 50 den nächsten Anstieg mit 370Hm zu überwinden. Für mich leider im 2.Teil, der Abfahrt und weiteren 10km im Flachen in Alleinfahrt. Erst dann kam ein wenig Verstärkung von hinten, bevor der ultimative 570Hm-Schlussanstieg begann. Anfangs mit 4-10% noch zahm, raubte er auf den letzten 1000m mit 15-20% Steigung allen die letzten Kräfte! Die tolle Aussicht vom erklommenen Magdalenensberg auf die Kärntener Berge und Kaiserschmarrn für alle entschädigte die Teilnehmer im Ziel. Meine sportliche Belohnung war der Etappensieg mit einem erneuten, angewachsenen Vorsprung auf Robin von 6,5min.

Überraschung am Start der Abschluss-Etappe: Wie ich später erfahre, ist Robin wegen einer Erkältung nicht mehr am Start. Mit 43,5km war die Strecke zwar kurz, mit 1530Hm dennoch knackig. Die letzten 7,5km führten mit 12-13%Steigung auf 1858m Höhe. Links und rechts der Straße lag noch der Schnee. Jeder musste nochmals seine letzten Kräfte mobilisieren. Im Ziel herrschte eine Stimmung, wie man sie bei den Zehnkämpfern nach ihrem abschließenden 1500m Lauf kennt.

Das war’s. 2 Etappensiege und 3 zweite Plätze und ein 3. Platz führten in 16:34:15 Std. zum Gesamtsieg in der AK65+ und einem 179.Platz von allen Finishern.

Der erneute Sieg macht die Titelverteidigung im kommenden Jahr schon fast zur Pflicht.

Erich<<

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