Tour de Kärnten 2019

4. Juni 2019 Comments (0) Berichte

Rund um Köln – Skoda Velodom

Das vierte Rennen des German Cycling Cup steht für das Sebamed Racing Team unter denkbar schlechten Vorzeichen. Neben Alex  (Sturz in Leipzig), Tilo (Unfall vor Saisonbeginn) und Jonas (Kniebeschwerden) muss kurzfristig auch noch unser stärkster Fahrer Andriy passen.

Trotzdem steht eine beträchtliche Gruppe von 16 FahrerInnen in Grün-Weiß-Magenta am Start der Langstrecke. Außerdem noch Gerhard auf der Mitteldistanz. Zusammenfassend sind besonders einige Einzelergebnisse erwähnenswert: Hannes mit einem beachtlichen 50. Gesamtplatz und 1. in der Junioren-AK Wertung, Gerhard 1. Senioren 4., Willi durchgefahren (!), angesichts seines gerade überstandenen Oberschenkelhalsbruchs eine tolle Sache! In der Teamwertung bleibt der erwartete „Schaden“ aus, weil andere Mannschaften ebenso schwächeln. So verbessert sich Team 1 durch den 10. Teamrang in Köln sogar in der Gesamtwertung des German Cycling Cup, wobei die Mannschaften vor uns ihren Vorsprung ausbauen.

Vielen Dank an Nina Wallenborn für das (wie immer) tolle Titelfoto

Nachstehend drei Berichte von Fahrern, sozusagen direkt aus dem Feld:

>>Eric (der am Renntag Geburtstag hat und am Ende mit Platz 83 Gesamt die Wertung für Team 1 komplettiert):

Konnte heute Geburtstagswünsche von meinen Teamkameraden am Start entgegennehmen. Das war wirklich schön heute mit euch. Hab‘s auf der Strecke dann auch (etwas anstrengend) gefeiert. Wie auf Strava beschrieben, bin ich nämlich bei km 80 aus der Spitze endgültig aussortiert worden und bin dann mit Ralph Winn und Simon Hahnenbruch, also zwei Trainingskameraden aus der Heimat, 40km zu Dritt gekreiselt; und wir konnten uns die 50 Mann Verfolgergruppe gerad so vom Leib halten. Das war krass, ein echtes Geschenk.<<

>>Matthias (Gesamtrang 71, dritter der Wertung für Team 1):

Beim Anstieg bei km 59 bei Rösrath (wo ich letztes Jahr rausgefallen bin) ging erstmals eine Lücke zur Spitze auf, die aber schnell wieder geschlossen werden konnte. Die Selektion erfolgte dann aber brutal beim nächsten Anstieg bei km 80 (Bärbroich), wo ich mit Hannes in der 1. Verfolgergruppe bleiben konnte was immer noch relativ gut war, weil wohl noch weit vor anderen wie z.B. Eric.

In der nächsten Rampe in Dombach hatte ich Krämpfe und bin mit weiteren 3 Mann wieder rausgefallen und wir haben bis zum letzten Anstieg bei Schloss Bensberg gebraucht die Lücke zuzufahren, aber genau da haben die wieder beschleunigt und ich konnte die Gruppe von Hannes wieder knapp nicht halten. Danach war ich ca. 2 km alleine und habe dann auf 3 Fahrer gewartet. Zu Dritt sind wir dann 15 km gekreiselt, um 4km vor dem Ziel von einer ca 20 Mann Gruppe aufgerollt zu werden😡😡😡, in der auch Christian war. Zum Sprinten war ich danach dann zu platt und bin knapp hinter Christian ins Ziel gerollt.<<

>> Volker (in Leipzig gestürzt, mit reichlich Tapete ab auf „safety first“ fixiert):

Das Rennen in Köln war für mich stark beeinflusst von meinem Sturz in Leipzig zwei Wochen zuvor. Das Bike war zwar wieder startklar, die Wunden aber längst noch nicht verheilt. Ich wollte in Köln trotzdem unbedingt starten und hatte daher in den letzten Tagen so gut es ging trainiert. Nach dem Start aus Block A, 3. Reihe ging es wie erwartet zügig los. Ich persönlich fand die neue Streckenführung nicht so toll, hatte sie doch zahlreiche enge Kreisel und scharfe Richtungsänderungen inklusive. Das bedingt gerade in der Anfangsphase des Rennens bei großem Teilnehmerfeld ein höheres Unfallrisiko. Ich fühlte mich nicht so recht wohl und wurde langsam nach hinten durchgereicht. Auch fand ich die ersten 15-20 km ziemlich belastend, obwohl wir noch keine Steigungen zu bewältigen hatten. Es war irgendwie anstrengender als sonst. Ich beschloss schon zu diesem frühen Zeitpunkt des Rennens, mich zurückzuhalten und kein unnötiges Risiko einzugehen. Kein Sturz hatte oberste Priorität. Das bedeutete gar nicht erst zu versuchen vor dem ersten nennenswerten Anstieg noch deutlich weiter im Feld nach vorne zu fahren. So gehörte ich mit Bastian dann auch zur großen Gruppe von mind. 50 Fahrern, die in Richtung Neschen / Bechen bereits entscheidend abgehängt wurde. Im Nachhinein muss ich sagen, dass die Gruppe so groß war, dass das „Fahrgefühl“ nicht wesentlich anders war als noch im großen Gesamtfeld. Ab da gibt es nicht mehr viel zu erzählen. Das Rennen verlief relativ ereignislos. Im Anstieg nach Bärbroich fuhren wir auf Jona auf. Ich beteiligte mich hin und wieder an der Führungsarbeit und konnte alle Anstiege vorne mitfahren. Unsere Gruppe wurde nicht kleiner, weil nach den Anstiegen nicht wirklich hart durchgezogen wurde. Da fehlte bei den meisten die rechte Motivation. So waren es nicht einmal eine Handvoll Fahrer, die Führungs- und Tempoarbeit übernahmen. Ich fragte Jona noch, wie groß die Führungsgruppe wäre. Er war sich ziemlich sicher, dass sie mehr als 50 Fahrer umfasste. Damit war dann auch klar, dass uns ein Zielsprint nicht wirklich zur Positionsverbesserung nutzte. Trotzdem sprinteten wir natürlich mit und ich konnte hinter Jona (2.) als 4. unserer Gruppe über den Zielstrich fahren. Im Endergebnis ging es dann aufgrund der Nettozeitregelung nochmal gut 25 Plätze nach hinten. Platz 114 gesamt und 15 in der AK ist nicht so berauschend. Für mich war es wichtig mit dem Rennen ein Stück Vertrauen und Sicherheit auf dem Rennrad und im Rennbetrieb zurückzugewinnen.<<

 

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