Sebamed Racing Team fährt Lizenzrennen!

20. August 2019 Comments (0) News

BOT – Back on Track

Vor einiger Zeit kontaktierte uns Daniel Gottwald von der Haberich Cycling Crew. Er hatte (wieder mal) einen recht schweren Unfall überstanden, bei dem er haarscharf an bleibenden Schäden vorbei schrammte. Schlussendlich hatte er Glück im Unglück. Dass er dann nicht einfach zur Tagesordnung überging sondern sich Gedanken um die machte, die in solchen Situationen nicht so viel Glück haben, zeigt, warum ihn so viele mögen im Jedermann-Rennzirkus. Jedenfalls blieb es nicht beim Nachdenken, sondern Daniel setzte mit „Back on Track“ ein Spenden-Event auf, um Geld zu sammeln, mit dem er diesen weniger Glücklichen hilft. Das gefiel uns, weshalb wir das Event spontan mit einer kleinen Summe aus der Mannschaftskasse unterstützten.

Als es dann zu Sache ging, vertrat Jonas das Sebamed Racing Team vor Ort. Lest hier seinen Bericht von dieser tollen Veranstaltung:

>> Für alle Sachen, die bekloppt sind und mit dem Fahrrad zu tun haben bin ich doch immer offen. Da war es schon beinah selbstverständlich am 1. BOT Mountaining powered by Sebamed Racing Team teilzunehmen. Dabei handelt es sich um eine Charity Veranstaltung zu Gunsten von Radsportlern, welche durch Sturzfolgen nachhaltig in ihrem Leben beeinträchtigt sind.

Der sportliche Teil besteht dabei aus 1,1 km Anstieg, 78 hm – und das 116 Mal bis 8.848 hm erreicht sind, das Äquivalent des Mount Everest. Bekloppt ist die Sache also definitiv – das heißt ich bin dabei!

Am Samstag den 3. August fahre ich gemeinsam mit dem Initiator Daniel Gottwald den ersten Anstieg. Während Daniel alles genau eingeteilt hatte – Wattwerte für den Anstieg, Rundenzeiten, Anzahl und Dauer der Pausen – hatte ich mir genau gar nichts überlegt. Ein paar Flaschen Wasser und etwas Verpflegung, weiter reichte meine Planung nicht. Und so war ich ganz froh mich an Daniel anhängen zu können um am Anfang nicht zu überziehen und mit der Zeit auch seine Pausen mit zu nutzen.

Der erste Block aus 15 Runden verging schnell und auch der zweite Block war kein Problem. In der dritten Pause nach fast 3.500 hm machten sich ganz langsam die ersten üblichen Wehwehchen nach fast 6 h Fahrzeit bemerkbar, doch die Moral blieb gut und entspannt quatschend absolvierten Daniel und ich einen Meilenstein nach dem nächsten – Zugspitze, Mont Blanc, Oetztaler …

Der vorletzte Meilenstein war die Höhe des Mount McKinney, dem höchsten Berg Nordamerikas bei gut 6.500 hm. Spätestens hier begann es langsam zäh zu werden. Die Gespräche hatten wir eingestellt, jeder fuhr nun sein Tempo. Es war bereits spät, der Anstieg bot lange keine Überraschungen mehr, immerhin hatte der Verkehr inzwischen nachgelassen und es kamen immer weniger Autos oder Busse den Anstieg hinauf.

Das einzig motivierende war die langsam steigende Anzahl an Höhenmetern – zumindest solange man nicht begann zu rechnen, wieviel noch vor einem lag. Einfach immer weiter kurbeln und eine Runde nach der nächsten absolvieren. Aufgeben ist keine Option. Und noch mal hoch, und nochmal, und nochmal, …

Ganz langsam kam die Marke der 8.000 m näher. Diese versprach dann die letzten Reste an Motivation auszupacken. Der Gipfel kam in Sicht. Nur noch 11 Runden, noch 10, noch 9, …

Spannender wurde es nun nicht mehr, aber das Ziel kam näher und das war Motivation genug, um schmerzende Knie, Rücken und Hintern auszublenden und einfach weiter zu fahren. Aber es wurde unaufhörlich dunkel. So sehr, dass wir die letzten 4 Runden von einem Begleitfahrzeug begleitet werden mussten, um ein wenig Licht zu haben.

Und dann war es tatsächlich soweit: Die allerletzte Auffahrt! Oben angekommen ist es das bekannte Gefühl, wenn man eine solche Ultra-Leistung vollbracht hat: Leere! Es dauert zumindest bei mir immer eine Weile bis ich die Leistung begreifen kann und sie mich stolz macht. Zunächst will ich nur runter vom Rad und etwas warmes anziehen.

Eine Aktion, die ohne Daniel, alle zeitweisen Mitfahrer und das Betreuerteam nicht möglich gewesen wäre. Vielen Dank an euch alle! Und jetzt auf in das nächste bekloppte Radabenteuer…<<

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