Rad am Ring – die grüne Hölle

20. August 2019 Comments (0) Berichte

Skoda Velorace Dresden

Letztes Jahr noch mit einem Gesamtrang 3 in der Einzelwertung und dem 3. Platz in der Teamwertung aus Dresden heimgekommen, fährt das Sebamed Racing Team dieses Jahr deutlich weniger ambitioniert in die sächsische Metropole. Ohne designierten Sprinter war klar, dass es dieses Jahr um nicht viel geht. Alex (der 3. des Vorjahres) sowie Jona sind nicht dabei, Alex erholt sich noch vom Schulterbruch in Leipzig, Jona kann aufgrund der BDR Regeln nicht GCC und Junioren fahren.

Trotzdem sind 10 Starter vor Ort, das obligatorische gemeinsame Abendessen am Vortag macht allen Spaß und so ein Rennen ohne Druck „vorne reinhalten“ zu müssen, ist ja auch ganz schön. Trotzdem will natürlich jeder für sich sein Bestes geben.

Beim geselligen Beisammensein muss vor diesem Hintergrund allerdings etwas der Fokus auf den Grund der Anreise verloren gegangen sein. Anders ist es nicht zu erklären, dass einige des Teams sich darauf verlassen, dass die Neutralisation das Rennen langsam in Schwung kommen ließe. Ganz im Gegenteil: das Neutralisationsfahrzeug drückt von Anfang an aufs Gas, dasselbe tun die Fahrer dahinter, sofort wird das Feld lang und es gehen Lücken auf. Einige vom Sebamed Racing Team sind bereits hier abgehängt. Die Fragen danach, was das mit einer „Neutralisation“ zu tun habe, sind zwar berechtigt, aber hypothetisch. Schon im Vorjahr war die damals erstmalige Neutralisation (durch die Startverlegung vor die Liebfrauenkirche) in gleicher Weise abgelaufen.

In der ersten Gruppe platzieren können sich Andriy, Björn, Volker und Matthias. Matthias und auch Björn verlieren allerdings aufgrund Positionsfehlern den Anschluss an das exorbitant schnelle Feld. Die ersten zwei Runden werden mit einem Schnitt von 48 bzw. 46 Km/h gefahren. Am Ende der ersten Runde kommt es knapp einen Kilometer vor der Zieldurchfahrt zu einem Sturz. Andriy, der bis dahin gut positioniert mitfuhr, kann nicht mehr ausweichen und muss zu Boden. Es dauert ewige drei Minuten, bis er wieder aufsteigt und das Rennen fortsetzt. Björn, der fast den Anschluss wieder hatte, muss auch in die Eisen und ist nun endgültig weg. Auch Volker muss bremsen und verliert den Anschluss. Das geht auch zwei weiteren Fahrern so, auf deren Hilfe bei der Aufholjagd Volker allerdings vergeblich hofft. Er mobilisiert alle Kräfte, um das rasende Feld einzuholen. Es sind nur wenige Meter, trotzdem muss er für die folgenden 1,5-2 Minuten rund 500(!) Watt in die Pedale drücken, dann ist er wieder dran (die beiden anderen haben es nicht mehr geschafft). Er bleibt bis zum Zielsprint in der Spitze, die da nur noch 37 Mann umfasst. Am Ende konzentriert er sich etwas zu stark auf seinen Altersklassekonkurrenten und wird eingebaut, sonst wäre sogar noch mehr als der beachtliche 25. Gesamtrang (3.AK) drin gewesen.

Dahinter haben sich Andriy, Bastian, Björn und Matthias in der zweiten Gruppe zusammen gefunden. Sie fahren weite Teile des Rennens von vorne, dafür gibt’s allerdings keine Extrapunkte, so dass am Ende nur mäßige Platzierungen herauskommen.

Für de renntechnischen Highlights sorgen so Silke und Volker mit ihren Altersklasse-Podien. Aber wie schon eingangs gesagt: das ist schon mehr, als wir erwartet haben.

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